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Sankt Augustin, Dezember 2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
in ihrer Rede anlässlich des Tages der Heimat, der alljährlich zum Gedenken an die 1950 verkündete „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ begangen wird, erinnerte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in Berlin an den oft gehörten Satz: Wer keine Herkunft hat, hat auch keine Zukunft.
Dieses Leitwort gilt für alle Menschen, gleichgültig wo sie leben. Für die in aller Welt lebenden Deutschen gewinnt die mit diesem Satz formulierte Erkenntnis aber eine besondere Bedeutung: Deutsche, die in einer Mehrheitsgesellschaft leben, die sich sprachlich und kulturell von ihnen unterscheidet, können ihre Zukunft nur gewinnen, wenn sie sich ihrer eigenen kulturellen Identität bewusst bleiben.
Der Anker, der die im Ausland lebenden Deutschen an ihre kulturelle Identität bindet, ist die deutsche Sprache und Kultur.
Hier leistet der VDA mit seinen vergleichsweise beschränkten Mitteln in vielen Ländern seinen unverzichtbaren Beitrag. Deutsch wird heute noch in 24 der 43 europäischen Staaten und darüber hinaus in 19 weiteren Staaten gesprochen. In Europa dürften etwa 90 Millionen Menschen ihre geistig-seelische Heimat in der deutschen Sprache finden und noch einmal ca.10 Millionen Menschen weltweit.
Die Lage der deutschen Gemeinschaften ist natürlich von Land zu Land verschieden. Nicht überall ist die deutsche Sprache in der gleichen Gefahr. In Ländern wie Dänemark, Belgien, und Italien (Südtirol) gelten sehr gute gesetzliche Bestimmungen für die Sprach- und Kulturpflege der dort lebenden Deutschen. Auch in den Staaten Mittel- und Osteuropas sind manche Regierungen auf einem Weg, der darauf hoffen lässt, dass unsere deutschen Landsleute ihre Muttersprachen erhalten können. Doch auch dort gibt es viel Anlass für den VDA, zu helfen!
In Namibia dagegen sieht der Vorsitzende der dortigen Arbeits- und Förder-gemeinschaft der Deutschen Schulvereine die „Stunde Null“ gekommen, d. h. den Notstand für den Fortbestand der Deutschsprachigkeit. Das liegt nicht nur an fehlenden gesetzlichen Regeln, sondern vor allem an fehlenden finanziellen Mitteln. Der VDA hat sich hier in der Deutschlehrerausbildung engagiert, indem er Stipendien für Studenten ausschreibt, die nach ihrer Ausbildung an den zehn Schulen, die der Arbeits- und Fördergemeinschaft angeschlossen sind, als Deutschlehrer arbeiten. Aber auch über den Schüleraustausch mit Deutschland versucht er, dem beobachteten Notstand entgegenzuwirken.
Die Bemühungen der deutschen Samstagsschulen in den USA, die jungen Menschen die Gelegenheit geben, die Herkunftssprache ihrer Eltern und Großeltern zu erlernen, und die herausragende Arbeit der sog. Begegnungszentren in der Russischen Föderation, die eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der kulturellen Identität der Russlanddeutschen spielen, werden vom VDA in vielfältiger Weise unterstützt. Er finanziert Material sowie Bücher für den Deutschunterricht und initiiert Fachgespräche und wissenschaftliche Untersuchungen zur Lösung der bei der Arbeit auftretenden Probleme.
Namibia, USA und Russland sind nur drei Beispiele für Länder, in denen sich der VDA für den Erhalt der deutschen Sprache einsetzt. Ohne die großzügige Spende von Menschen, die sich der durch die gemeinsame Sprache entstandenen Gemeinschaft verbunden fühlen, wäre dies nicht möglich, und dafür gebührt ihnen unser aller Dank.
Wir möchten unseren Verpflichtungen aber auch in Zukunft gerecht werden können und bitten Sie daher herzlich um Ihre Spende zu Gunsten unserer Landsleute im Ausland. Für das bevorstehende Weihnachtsfest und zum neuen Jahr wünschen wir Ihnen alles Gute.
Mit den besten Grüßen
Hartmut Koschyk MdB Peter Iver Johannsen Bundesvorsitzender Verwaltungsratsvorsitzender
VDA-Spendenkonto:
VDA – Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e. V.
Deutsche Bank Bonn
Konto-Nr.: 0398990
BLZ: 380 700 59
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