Editorial
Aktuelles - 125 Jahre VDA: Einladung zur Hauptversammlung und Jubiläumsveranstaltung in München
Im Blickpunkt: Deutsche in Slowenien - Interview mit August Gril, Vorsitzender des "Verbandes der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in "Slowenien"
- Memorandum der deutschen Minderheit
Jugendaustausch - "Schönste Erfahrung meines Lebens". Götz Appel-Jarck über seinen Chile-Aufenthalt
Deutsche Sprache - Prof. Menno Aden: Deutsche Sprache und deutsches Selbstbewußtsein
- Die Besten von Riga bis Belgrad: Initiative Deutsche Sprache lud Sieger im Sprachwettbewerb nach Berlin ein
Meine Auswanderung - Elmar Fend: Als Bauernbub nach Amerika
Reisebericht - Heiner Hofsommer: Streifzüge durch Südwest
Literatur - Peter Götz über den auslandsdeutschen Dichter Johannes Fernando Finck
Bücher Panorama
Leserbriefe
Aus den Landesverbänden
Editorial
Liebe GLOBUS-Leser,
als erstes neues EU-Land wird Slowenien Anfang 2007 den Euro einführen. Das Land "auf der Sonnenseite der Alpen" (Tourismuswerbung) entwickelt sich hoffnungsvoll. Die Wirtschaft floriert, auch wegen der Nähe zu Österreich. Defizite scheint es hingegen beim Minderheitenschutz zu geben. Die deutsche Volksgruppe in Slowenien sah sich gar veranlaßt, mit einem Memorandum auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, denen sie sich immer noch gegenübersieht. Auch beim jüngsten Slowenien-Besuch der CSU-Landesgruppe im DeutschenBundestag war der Schutz der deutschen Minderheit ein wichtiges Thema. GLOBUS sprach darüber mit August Gril, Vorsitzender des "Verbandes der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien". Von der slowenischen Verfassung werde die Volksgruppe nicht annerkant, klagt Gril. Die verbliebenen Bewohner der alten deutschen Sprachinsel Gottschee (ca. 60 Kilometer südöstlich von Laibach/Ljubljana) und alle anderen Deutschen in Slowenien bekämen sa zu spüren, berichtet der Verbandvorsitzende und schildert Beispiele. Im GLOBUS-Interview ab Seite 6 sagt Gril, was er von Sloweniens Regierung erwartet. Auch das Memorandum seines Verbandes, das sich an die verantwortlichen Politiker des Landes richtet, haben wir für Sie dokumentiert.
Prof. Menno Aden, VDA-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen deutscher Sprache und deutschem Selbstbewußtsein. Aden macht deutlich, daß er das Deutsche als "Kultursprache" gefährdet sieht. Sprachverlust geschehe fast immer ohne wirklichen Zwang, konstatiert der Autor. In der Regel sei er "Folge einer kollektiven Unlust an sich selbst, einer Verzagtheit, die an die Zukunft nicht mehr glaubt. Vielleicht werden wir aber eines Tages froh sein, daß Deutsch nicht Weltsprache geworden ist, meint. Denn "Globalenglisch" werde kaum Schöpfungen hervorbringen, "die unsere Seele ansprechen und zu Herzen gehen". Den Essay von Prof. Aden, den ich Ihrer Lektüre sehr empfehlen möchte, finden Sie ab Seite 10.
Hohes Ansehen genießt die deutsche Sprache nach wie vor in Ost- und Mitteleuropa. In Polen und der Slowakei lernen fast 50 Prozent der Schüler Deutsch in der Schule, in Tschechien und Ungarn sind es jeweils 43 Prozent. Rund 40.000 Schüler haben sich in diesem Jahr an landesweiten Deutschwettbewerben beteiligt. Die Sieger wurden von der Initiative Deutsche Sprache zu einem dreiwöchigen Sommerkurs nach Berlin eingeladen. Die "Besten von Riga bis Belgrad" erwartete ein abwechslungsreiches Programm. Bei Stadterkundungen, Museumsbesuchen und auf eigene Faust eroberten sie Berlin. In Reportagen, Filmen und einem Online-Tagebuch (nachzulesen unter www.initiative-deutsche-sprache.de) hielten sie ihre Eindrücke fest. Lesen Sie unseren Bericht über den Sommerkurs ab Seite 14.
"Meine Auswanderung" heißt eine neue GLOBUS-Serie. Den Auslandsdeutschen unter unseren Lesern soll damit die Möglichkeit gegeben werden, über ihren Abschied von Deutschland, die Umstände ihrer Auswanderung und ihre Erfahrungen in der neuen Heimat zu berichten. Den Anfang macht Elmar Fend aus Colorado, USA, den es als Skilehrer aus Vorarlberg in die Rocky Mountains verschlug.
Auf die Festveranstaltung zum 125-jährigen Bestehen des VDA am Sonnabend, 11 November 2006, haben wir bereits in der vorigen Ausgabe (GLOBUS 2/2006, S. 4) kurz hingewiesen. In dieser Ausgabe finden Sie die offizielle Einladung und das Programm für das Jubiläum, dss wir würdig begehen wollen. Ich freue mich darauf, viele von Ihnen in München zu treffen und kennenzulernen.
Herzlichst Ihr
Frank Schüttig Chefredakteur
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