Liebe Leserin, lieber Leser!

„Bicentenario“ heißt das Wort, das gegenwärtig jedem begegnet, der sich mit Lateinamerika befasst. Es braucht offenbar nicht übersetzt zu werden, sondern wird auch in deutschen Reden und Schriften wie selbstverständlich gebraucht und wohl auch verstanden.

Die Bicentenarios, die 200. Jahrestage des Einsetzens der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen von der spanischen Kolonialmacht und der nachfolgenden Staatsgründungen, werden in den betreffenden Ländern durch vielfältige Feste, Kulturprogramme und Projekte verschiedenster Art das ganze Jahr hindurch gefeiert. Keine namhafte Institution, die nicht einen Beitrag zum Bicentenario leisten möchte. Die drei aufeinanderfolgenden Jubiläumsjahre betreffen Bolivien und Ecuador (2009), Argentinien, Mexiko, Chile und Kolumbien (2010) sowie El Salvador, Paraguay, Uruguay und Venezuela (2011).

Was hat das mit Deutschland zu tun? Nun, zum Mitfeiern lässt man sich gerne anstecken. Doch diese Begründung reicht nicht aus, um die schier unüberschaubare Zahl und Vielfalt der Festveranstaltungen, Vorträge, Konzerte, Wanderausstellungen und Austauschprogramme verschiedenster Art hierzulande zu erklären. Es ist zweifellos eine tiefe Sympathie für den Subkontinent und dessen Kulturen, die soviel Initiative und oft ehrenamtlichen Einsatz hervorruft. Sie gründet auf langjährigen, historisch gewachsenen und gefestigten wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und den süd- und mittelamerikanischen Ländern. Und wir verdanken sie ganz wesentlich der deutschen Einwanderung in diese Länder. Es sind die Auswanderer früherer Generationen und deren Nachfahren, die in ihren neuen Heimatländern durchweg wohlwollend anerkannt sind, die dort das Bild des „typisch Deutschen“ positiv prägen. Viele von ihnen pflegen ihr kulturelles Erbe als deutsche Südamerikaner und sind wichtige Mittler zu ihrer früheren Heimat oder der ihrer Vorfahren. Der VDA hat unter ihnen zahlreiche treue Freunde und Partner. Die Beziehungen zu ihnen spiegeln sich regelmäßig im GLOBUS. Unsere Zeitschrift dient dabei ihrer Natur nach nicht in erster Linie der lückenlosen Dokumentation wichtiger Ereignisse in den deutschsprachigen Gemeinschaften des Auslands, sondern dazu, lebendige Verbindungen weltweit zwischen den Mitgliedern und Freunden des VDA zu pflegen. Hierin liegt die ureigene Stärke eines Vereins und das unterscheidet ihn von anderen Organisationsformen.

In dieser Ausgabe berichten wir wieder aus aller Welt, haben aber vor allem Argentinien sowie die historischen und gegenwärtigen deutsch-argentinischen Beziehungen im Blick. Davon wird auch die bevorstehende Hauptversammlung des VDA in Berlin geprägt sein. Neben dem Programm des Samstags wird am Sonntag die Gelegenheit gegeben, die Ausstellung „Deutsche Blicke auf Lateinamerika“ im Ibero-Amerikanischen Institut zu besuchen. Sie stellt Geschichten deutscher Wissenschaftler, Künstler und Unternehmer vor, die das beiderseitige Bild mitgeprägt haben.

Der Vorstand freut sich auf das Wiedersehen, die persönliche Begegnung und anregende Gespräche mit Ihnen in Berlin!

Bis dahin grüßt Sie herzlich

Ihr

Dr. Wolfgang Betz

Stellv. Bundesvorsitzender des VDA

Inhalt

Ein Wort voraus

Einladung zur VDA-Hauptversammlung 2010

Rund um den Globus

  • Wegweisend?

Gastkommentar

  • Stefan Kuhn: In Maradonien

Argentinien

  • Das Argentinische Tageblatt
  • Deutsche Spuren in Argentinien - Zwei Jahrhunderte wechselvoller Beziehungen
  • Ulrich Schmidl - berühmter Abenteurer und Geschichtsschreiber aus Straubing
  • "Exzellente Deutsche Auslandsschule"
  • Gedanken zum "Fest der Jugend"

VDA-Fotowettbewerb: Cerveza Fritz

Jugend

  • VDA-Briefmarkentauschbörse

Chile 

  • Im Land der Feuerblume

Deutsche Sprache

  • Neue Freunde der deutschen Sprache in Peru

Namibia

Jugendaustausch

Kirche

  • Der Glaube verbindet und die Liebe teilt!

Geschichtliches

  • "Schließlich waren die Fugger ja Deutsche!"

Briefe an den VDA

Bundesverband

Aus den Landesverbänden

Verein

  • Anschriften des VDA
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