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"Die Deutschen in Argentinien: Geschichte und Gegenwart" ist Schwerpunktthema von Globus Heft 2/2001. Für die inhaltliche und grafische Gestaltung dieser Globus-Ausgabe konnten Autoren aus Deutschland und Argentinien gewonnen werden, die in ihren Beiträgen den Werdegang und die Bedeutung der deutschen und deutschsprachigen Gemeinschaft in Argentinein für die Entwicklung des zweitgrößten südamerikanischen Landes nachzeichnen.
Eingeleitet wird das Heft mit einem Editorial zu diesem Thema von Wolfgang Egerter, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden des VDA, und einem Geleitwort
- Joe F. Bodenstein: Deutschland und Argentinien haben gemeinsame Werte und Interessen. Zum Stand der Beziehungen zwischen den beiden Ländern
- Rudolf Hepe: Deutsche Einwanderung in Argentinien. Wichtige Beiträge zur Entwicklung des Landes
- Deutsche Wirtschaft ist optimistisch. Argentinien ist drittwichtigster Wirtschaftspartner Deutschlands in Lateinamerika
- Dr. Günther Bergmann: Aufwühlende Erinnerungen. Eindrücke aus dem deutsch-jüdischen Buenos Aires
- Meine Gasteltern waren immer für mich da. Stimmen zum VDA-Jugendaustausch mit Argentinien
- Gisela N. Wachnitz: Die deutsche Sprache und Kultur lebendig halten. Aus der Tätigkeit der German A. Wachnitz-Stiftung in Eldorado
- Jörg Wolfrum: Pfarrer Held wollte ein Zeichen setzen: Das "Barrio Ulm" in Charata
- Jörg Wolfrum: "Finanziell gehen wir am Stock". Zur Situation der Deutschen Schulen in Argentinien am Beispiel des Colegio Alemán Córdoba und des Instituto Ballester
- Stefan Thiery: Wider Geschäftemacher und Leichtsinn. Bayern und die Auswanderung nach Argentinien
- Jörg Wolfrum: Training im Stadtpark. Der Fußball in Argentinien steht vor dem finanziellen Kollaps
- Rudolf Hepe: Der Verein Deutscher Ingenieure in Argentinien
Weitere Themen in diesem Heft:
- Werner Baroni: Eine schweigende Mehrheit, über die kaum gesprochen wird. "The Germans Americans" - ein geschichtlich fundierter Film über die Deutschamerikaner
- Werner Grünthal: Sarah Poewe - Südafrikas talentierte Meisterschwimmerin
- Dr. Johannes Volker Wagner: Ein Deutscher am Zarenhof. Heinrich Graf Ostermann und seine Zeit
- 37. Hilfskonvoi nach Siebenbürgen. Rumänienhilfe Westmittelfranken im VDA weiterhin aktiv
- Eike K. Dyck: Wie ein Stück Heimat bewahrt. VDA ermöglicht Konzertreise deutscher Musikstudenten nach Frutillar in Südchile
- Sprachlehrer Berlitz kam aus Schwaben und weitere Nachrichten aus aller Welt
- Buchrezensionen / Leserbriefe

| Geleitwort des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Argentinien, Dr. Hans-Ulrich Spohn, für die Zeitschrift Globus Globus widmet diese Ausgabe Argentinien. Ich freue mich, daß das Land diese verdiente Aufmerksamkeit erfährt. Argentinien hat auf Deutsche immer eine große Faszination ausgeübt: Seit Lutz Schmidl, der als Landsknecht an der Conquista durch Pedro de Mendoza teilgenommen und 1567 einen der ersten Berichte aus Südamerika in deutscher Sprache veröffentlicht hat, bis zu einer der prominentesten Tangotänzerinnen in Buenos Aires in der Gegenwart, Nicola Nau-Klapwijk, eine junge Düsseldorferin. Bis heute haben die verschiedenen deutschen Auswanderungswellen nach Argentinien eine besondere Bedeutung für die zwischengesellschaftlichen Beziehungen unserer beiden Länder. Argentinien ist das Land, das weltweit am stärksten von Eiwanderung geprägt wurde: 1914 betrug der Ausländeranteil in Argentinien rund 40% der Wohnbevölkerung. Die mit Abstand größten Einwanderungsgruppen kamen aus Italien und Spanien. Quantitativ lagen die Deutschen weit zurück, damals sogar noch hinter den Franzosen. Dennoch haben Deutsche einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Argentiniens geleistet. Deutsche Kolonisten beteiligten sich an der Erschließung des Landes, wobei die Rußlanddeutschen, insbesondere die Wolgadeutschen, zu Unrecht oft vergessen werden. Ende der 40er Jahre lebten im Stadtteil Belgrano, Buenos Aires, Deutsch-Argentinier, Juden aus Deutschland und Mitteleuropa, die z.T. in bewundernswerter Weise an deutscher Sprache und Kultur festhielten, und Flüchtlinge aller Couleur aus dem Nachkriegsdeutschland nebeneinander dank der schier grenzenlosen Aufnahmebereitschaft Argentiniens. Bis heute sind deutsche Beiträge zur Entwicklung der Industrie des Landes spürbar. Zum Beispiel sind Hamburg Süd und Siemens seit über 100 Jahren in Argentinien tätig, ihre Niederlassungen dürften zu den ältesten noch existierenden Firmen des Landes zählen; im Gefolge der Firmen ließen sich bald auch deutsche Banken am Rio de la Plata nieder. Aus jüngster Zeit sind besonders erwähnenswert die Beiträge deutscher Ingenieure und Firmen zu der argentinischen Luftfahrt- und Nuklearindustrie bis hin zum Betrieb von Nachrichtensatelliten zu nennen neben den traditionell starken bekannten Bereichen der deutschen Wirtschaft wie die chemische Industrie und die Automobilindustrie sowie Maschinenbau. Zwar ist die deutsche Präsenz im wirtschaftlichen Bereich in den 90er Jahren überschattet worden vom Engagement spanischer, italienischer und französischer Firmen, die sich anders als die deutsche Wirtschaft an dem gewaltigen argentinischen Privatisierungsprogramm der Grundstoffindustrie (insbesondere Erdölproduktion, Bergbau) und der öffentlichen Dienstleistungen (Telekommunikation, Strom, Wasser, Transport) beteiligt haben, doch ist Deutschland innerhalb der EU immer noch der wichtigste Handelspartner Argentiniens. Aus der Zeit der ersten Einwanderungswellen stammt zum großen Teil ein dichtes, vielfältiges Netz deutscher und deutsch-argentinischer Institutionen wie z.B. Kirchengemeinden in deutschsprachiger Tradition, das deutsche Hospital, Kinder- und Altenheime, Sportvereine und Verbände verschiedener deutscher Volksgruppen (von Bayern über Donauschwaben zu Berlinern) und rund 25 deutsche Schulen. Diese Aufzählung ist nicht einmal vollständig. Ein besonderes Gewicht haben selbstverständlich auch die deutsch-argentinische Industrie- und Handelskammer und das Goethe-Institut in Buenos Aires mit seiner Zweigstelle in Córdoba. Die zwischenstaatlichen Beziehungen sind traditionell freundschaftlich und konfliktfrei. Der geplante Besuch von Bundeskanzler Schröder Ende August im Rahmen einer Lateinamerikareise bekräftigt das deutsche Interesse an Argentinien und an den Beziehungen Europas am Mercosur und eröffnet dadurch unseren Beziehungen eine neue Perspektive und neue Möglichkeiten. |
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