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Globus Editorial: Peter Iver Johannsen: Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen – Modell für Europa
Minderheiten: Siegfried Matlok: Die “Magna Charta des Grenzlandes”. Vor fünfzig Jahren wurden die Bonn-Kopenhagener Minderheitenerklärungen unterzeichnet (Der Autor ist Chefredakteur der deutschen Tageszeitung in Dänemark, „Der Nordschleswiger“, und Leiter des deutschen Sekretariats bei Regierung und Parlament in Kopenhagen)
VDA-Jugendaustausch: Afrika aus nächster Nähe erlebt. VDA-Austauschschülerin verbrachte zwei aufregende Monate in Namibia “Eine positive Erfahrung für uns alle.“ Stimmen zum VDA-Schüleraustausch mit Australien
Deutsche Sprache: Hans-Hermann Beier: Die Initiative ging von den Eltern aus. Wie die in Namibia ihre Muttersprache pflegen Wer lernt Deutsch in Resistencia? Ludmilla Ponomarjowa: Begegnung mit Karin Gündisch in Rußland. Schüler aus Slatoust lesen und übersetzen Erzählungen der aus Siebenbürgen stammenden Autorin
Die Reportage: Ernst Meinhardt: Schiffsreise in die eigene Vergangenheit. Sechzig Jahre nach ihrer Flucht besuchen Deutsche aus Ex-Jugoslawien ihre alte (Der Autor ist Redakteur der Deutschen Welle in Berlin)
Kunst: Dorothea S. Michelman: Hort deutscher Meisterzeichnungen. Die amerikanische Nationalgalerie besitzt rund zehntausend Werke deutscher Meister
Deutschsprachige Medien: Luzian Geier: Sechzig Jahre Bukowiner “Stimme”. Die Monatsschrift der in Israel lebenden Buchenländer Juden Radio Georgien sendet weiter auf Deutsch
Geschichtliches: Dr. Hans-Dieter Handrack: Die Familie Astor - eine amerikanische Geschichte. Vorfahren stammen aus Walldorf bei Heidelberg
Für den Bücherfreund: Timmo Luther: Volkstumspolitik des Deutschen Reiches 1933-1938 Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa Hermann Joseph Hiery: Bilder aus der deutschen Südsee
Aktuelles: VDA-Bundesvorsitzender Hartmut Koschyk, MdB, empfängt Vertreter der Rußlanddeutschen / Karpatendeutsche zu Besuch in Hessen / Bundesverdienstkreuz für Peter Hucker / Ovidiu Gant – Vertreter der Deutschen im rumänischen Parlament / Martius-Staden-Preis an Ernst Günther Lipkau / Universität Kaliningrad nach Kant benennen / Deutscher Sprachpreis für Loriot / Großzügige Schenkung Paul Tuerrs
Aus den Landesverbänden: Neuer Vorsitzender des VDA-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen / Grenzlanderfahrungen im Egerland / Andrea Langwald gestorben
Leserbriefe
Anschrift von Herausgeber, Verlag und Redaktion: Kölnstraße 76, 53757 Sankt Augustin Telefon: 02241 / 2 10 71, Fax: 02241 / 2 92 41 E-mail: redaktion@vda-globus.de

Liebe Globus Leser!
Am 29. März 2005 wird das 50jährige Jubiläum der Bonn-Kopenhagener Minderheitenerklärungen in Anwesenheit des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen und des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder bei einem Festakt in Sonderburg/Dänemark gefeiert. Das gibt den Minderheiten und Mehrheiten im deutsch-dänischen Grenzland Anlaß, Bilanz zu ziehen.
Minderheitenpolitisch sind die Bonn-Kopenhagener Erklärungen über die Rechte der dänischen Minderheit in Südschleswig/Deutschland und der deutschen Minderheit in Nordschleswig/Dänemark, die 1955 vom dänischen Ministerpräsidenten H. C. Hansen und vom deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer vereinbart wurden, oft als Modell für Europa bezeichnet worden – vor allem wegen des Kernsatzes der Erklärungen: „Das Bekenntnis zum jeweiligen Volkstum und zur jeweiligen Kultur ist frei und darf von Amtswegen nicht bestritten oder nachgeprüft werden.“.
Dies ist ein Kernsatz moderner Minderheitenpolitik, deren Wirksamkeit aber nicht nur vom guten Willen des Staates, sondern auch vom eigenen Lebenswillen der Minderheit und von der Loyalität der Minderheit gegenüber dem Staat, in dem sie lebt, abhängig ist.
Im deutsch-dänischen Grenzland hat sich in den letzten 50 Jahren, unter anderem durch die Bonn-Kopenhagener Erklärungen, vieles beispielhaft entwickelt, was die Gleichberechtigung und die freie kulturelle und sprachliche Entwicklung der nationalen Minderheiten beiderseits der Grenze angeht.
Sicher kann dieses positive minderheitenpolitische Beispiel nicht ohne weiteres auf andere Minderheitensituationen in Europa übertragen werden, aber man kann daraus ableiten, wie Mehrheit und Minderheit gegenseitigen Respekt, Toleranz und Vertrauen entwickeln können und das sind wesentliche Voraussetzungen für ein gutes Miteinander von Mehrheit und Minderheit.
Seit dem Umbruch in Mittel- und Osteuropa Anfang der 90er Jahre ist Minderheitenpolitik verstärkt zu einem internationalen Anliegen geworden. So hat der Europarat die Rahmenkonvention zum Schutz nationaler Minderheiten und die Europäische Charta zum Schutz von Regional- und Minderheitensprachen verabschiedet und die EU formulierte minderheitenpolitische Kriterien, die neue EU-Staaten zu erfüllen haben und der Minderheitenschutz ist in die europäische Verfassung aufgenommen worden.
Dieser Entwicklung vorangegangen waren die langjährigen Bemühungen der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) um einen verbindlichen Minderheitenschutz in Europa und auch die fördernde Funktion des VDA gegenüber den deutschen Minderheiten in Europa hat dazu beigetragen, die deutschen Minderheiten auch in ihrer Brückenfunktion zu unterstützen. Insofern hat auch der VDA eine wichtige minderheitenpolitische Funktion ausgeübt. Darauf können wir im VDA stolz sein und ich bin sicher, daß gerade auch diese Funktion im VDA weiterhin hohen Stellenwert haben wird.
Minderheitenpolitik ist Friedenspolitik. Die zukünftige Entwicklung in Europa und in der Welt in diesem Sinne mitzugestalten ist Auftrag und Verpflichtung für den VDA.
Peter Iver Johannsen Vorsitzender des VDA-Verwaltungsrates
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