Liebe Leserin, lieber Leser! 

Es konnte wohl nur ein kleiner Kreis von Kennern voraussehen, daß im Herbst dieses Jahres ein Ereignis die Aufmerksamkeit aller bedeutenden Medien weltweit auf das historische Schicksal der deutschen Minderheiten in Osteuropa lenken würde: Die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an die rumäniendeutsche Schriftstellerin Herta Müller!  Praktisch jede Zeitung, jede Rundfunkstation, jeder Fernsehsender mit einem kulturellen Mindestanspruch dürfte zumindest über die Preisverleihung berichtet haben, vielfältig aber auch in eingehenden Würdigungen und differenzierten Auseinandersetzungen über das literarische Werk Herta Müllers. Dies sind wichtige Schritte, um nicht nur das Schicksal der Rumäniendeutschen in das Bewusstsein der europäischen Öffentlichkeit zu bringen, sondern auch – wie es Ingmar Brantsch in dieser Ausgabe unserer Zeitschrift einfordert – um eine Gesamtbetrachtung des Loses aller deutschen Minderheiten jenseits des Eisernen Vorhangs als notwendig zu erkennen. Ob es gelingen wird, das breite Lesepublikum zu gewinnen, auch wenn das Interesse der Tagesmedien längst verebbt ist? Wir können es nur wünschen und dafür werben.

Für den VDA geht ein arbeitsreiches Jahr zu Ende, auf das wir zufrieden zurückblicken dürfen. Einen Überblick über die von uns unterstützten oder durchgeführten Vorhaben für unsere Landsleute im Ausland gibt Ihnen unser Bundesgeschäftsführer Helmut Graff in seinem Bericht. Beim Blick auf die Vielfalt der Projekte in den verschiedensten Teilen der Welt müssen wir uns im Klaren sein, worin die Aufgabe und Rolle unseres Vereins besteht.  Der VDA kann sicher nicht dort einspringen, wo institutionelle Finanzierung gefragt ist oder staatliche Fördermittel als Ausdruck politischen Willens notwendig sind. Denn die Mittel des VDA werden von seinen Mitgliedern und Spendern gewährt. Die besondere Stellung des VDA beruht – so einfach es klingt – auf seiner Rechtsform als Verein, also eines Zusammenschlusses von Menschen, die sich einem Anliegen verbunden wissen und dieses solidarisch verwirklichen wollen. Dies ist die eigentliche Stärke des VDA, der offen ist für jeden, dem die Vereinsziele wichtig sind – unabhängig davon, ob er passives Mitglied sein will oder sich mit seinen Ideen aktiv einbringen möchte. So ist jedes Engagement des VDA auch ein Zeichen dafür, was nach unserer immer wieder gemachten Erfahrung gerade für die im Ausland lebenden Deutschen von überragender Bedeutung ist: Daß in ihrer alten Heimat oder im Land ihrer Vorfahren weiterhin ein lebendiges Interesse an ihnen besteht und eine persönliche Verbundenheit zu ihnen gepflegt wird.

Dies spiegelt sich auch in dem Zuspruch wider, den der VDA aus dem Ausland erfährt: Wir merken es nicht nur an dem Echo auf unsere Vereinszeitschrift, mit der wir eine Leserschaft in 50 Ländern erreichen und einen intensiven Gedankenaustausch mit unseren Autoren und Lesern anstreben. Der Umfang der Zeitschrift wächst, und dennoch können wir nur einen Bruchteil der Themen aufgreifen, die uns zu Recht nahegelegt werden.

Sehr solide entwickelt sich der VDA-Jugendaustausch, der auf langjährigen verlässlichen Partnerschaften aufbaut. Auch die Betreuung der Schüler und Gastfamilien durch unsere Mitarbeiterinnen genießt einen ausgezeichneten Ruf und ist für die Eltern sicher entscheidend, ihren Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Die Teilnehmerzahlen liegen in diesem Jahr erneut deutlich über denen des Vorjahres. Es werden rund 340 ausländische Mädchen und Jungen sein, die nun als „Familienmitglied auf Zeit“ für mehrere Wochen oder Monate bei Gastfamilien in Deutschland wohnen und sich auf den Gegenaustausch im kommenden Sommer freuen.

Selbstverständlich werden uns im vor uns liegenden Jahr auch „Herausforderungen“ begleiten – vor allem die Aufgabe, daß wir unseren Verein durch die Begeisterung weiterer aktiver Mitglieder stärken. Bringen Sie also unseren VDA in Ihrer Familie und im Freundeskreis gern ins Gespräch!

Wenn wir im VDA zufrieden zurückblicken, dann auch dankbar. Dankbar für den fleißigen Einsatz unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, für die vielfältige Unterstützung durch unsere Partner und Korrespondenten in aller Welt, für das Wohlwollen der Lehrer und Schuldirektoren, die unseren Schüleraustausch ermöglichen, und schließlich für den großen Freundeskreis, der die Arbeit des VDA auf seine jeweils eigene Art mit trägt.

Im Namen des Bundesvorstands des VDA wünsche ich Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachtstage und Gottes Segen in einem glücklichen, friedlichen Jahr 2010. 

In Verbundenheit herzliche Grüße,

Ihr

Dr. Wolfgang Betz

Stellv. Bundesvorsitzender des VDA

Inhalt

Ein Wort voraus

Weihnacht in Patagonien

Rund um den Globus

Literaturnobelpreis

Minderheiten

  • Oberschlesien: Bilinguale Schulen
  • Ungarn: Alte Traumata und neue Chancen

Deutsche Sprache

  • Deutschlernen in Ungarn vom 15. Jahrhundert bis 1921

Gunter Plüschow

  • Nach 80 Jahren glänzt der Silberkondor wieder in Feuerland

VDA-Fotowettbewerb

Ausgewanderte Wörter

  • Von Parikmachern und Übermodels

Literatur

Reiseberichte

Leserbriefe und Briefe an den VDA

Aus der Bundesgeschäftsstelle

  • VDA-Projekte 2009
  • Sprache als Grundlage für die Identitätssicherung der Russlanddeutschen

Aus den Landesverbänden

Verein

  • Anschriften des VDA
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Aktuelles:
30.11.09 11:47
Internationale wissenschaftlich-praktische Konferenz

Sprache als Grundlage für die Identitätssicherung der R...

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10.08.09 19:33
VDA-Kalender 2010: "Burgen und Schlösser in Deutschland"

Die Kulturlandschaft Deutschlands wird durch eine außergewöhnliche Vielfalt an Burgen und Schlössern...

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15.07.09 10:14
Fachgespräch zum Thema "Stand und Perspektiven der Spracharbeit bei German Language School Conference in den USA" in Berlin
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